Telefonabzocke durch Ping Anrufe

Die Polizei St. Wendel möchte einen konkreten Fall aus der Gemeinde Marpingen zum Anlass nehmen, um speziell auf das Thema der sogenannten Ping-Anrufe einzugehen. Ein Einwohner der Gemeinde erhielt am Montag und Dienstag dieser Woche jeweils einen Anruf einer englischsprachigen Person. Die auf dem Display abgelesene Telefonnummer begann wahrscheinlich mit der Vorwahl „00235“, der Länderkennung des zentralafrikanischen Staates Tschad. Natürlich hatte der Angerufene weder persönliche, noch geschäftliche Beziehungen in dieses Land. Es handelt sich vermutlich viel eher um einen sogenannten Ping-Anruf, also um Telefonabzocke im großen Stil. Eines vorweg: Es passiert nichts, wenn einer dieser dubiosen Anrufe angenommen wird. Anders sieht es aus, wenn diese Nummer zurückgerufen wird. Es fallen schnell Gesprächskosten von mehreren Euro pro Minute an. Die dafür verantwortlichen Banden arbeiten mit Computerprogrammen, die nach dem Zufallsprinzip Telefonnummern auswählen und anrufen. Ziel ist es, einen Rückruf zu erzwingen. Sie nutzen dabei die Ähnlichkeit der Auslandsvorwahl mit bundesdeutschen Vorwahlen.

Es gibt allerdings auch Möglichkeiten, sich zu schützen. Die einfachste Maßnahmen lautet: Nichtabheben bei unerwarteten Anrufen aus dem Ausland, erkennbar an einem „+“ oder „00“ als erste Zeichen einer übermittelten Nummer. Ein bereits angenommenes Gespräch sollte beendet werden. Ist allerdings ein Rückruf erfolgt, sollte man sich mit seinem Netzbetreiber auseinandersetzen. Er ist für die Rechnungserstellung zuständig. Letztlich gibt es auch die Möglichkeit, sich direkt an die Bundesnetzagentur zu wenden. Sie hat den Auftrag, die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben im Bereich der Telekommunikation sicherzustellen. Sie kann zwar verlorenes Geld nicht wiederbeschaffen, hat jedoch die Möglichkeit beispielsweise Abmahnungen auszusprechen, Rufnummern abzuschalten und Abrechnungen zu verbieten. Die Bundesnetzagentur ist sowohl im Internet unter der Adresse www.bundesnetzagentur.de/rufnummerenbissbrauch, wie auch telefonisch unter der Nummer 0291/9955 206 erreichbar. Gerne hilft auch unser Fachmann für IT- und Internetrecht, Rechtsanwalt Christian Krämer.